10 Mai 2007

Kurzbericht von der mittelatlantischen Vulkaninsel

Bereits die Ankunft in Funchal ist ein Erlebnis: Früher war der Flughafen von Madeira gefürchtet (wegen der kurzen Landebahn, die nicht immer ausreichte für eine trockene Landung), doch mittlerweile ist die Landung in Madeira keine 'Zitterpartie' mehr! Seit September 2000 besitzt der Interkontinentale Flughafen Madeira eine erweiterte Landebahn mit 2781 m Länge, die aus zwei Flugrichtungen angeflogen werden kann und jeder Passagierflugzeugtyp kann jetzt hier landen.
Diese erweiterte Landebahn lagert auf Betonpfeilern mit einer Länge von 120 m – jeweils 60 m über und unter dem Meeresspiegel. Dieses "Stelzenbauwerk" an der Meeresküste war absolut bemerkenswert

Siehe Fotos!


Die Insel Madeira ist ein braunschwarzer Lavafelsen mit von wilder Brandung umtoster Steilküste, aber man ist sofort bei der Ankunft überwältigt von den üppigen Gärten und der allgegenwärtigen überschwänglichen Blütenpracht. In der Hauptstadt Funchal findet man traumhafte Parks mit den schönsten Pflanzen. Die Markthalle lockt alle Touristen zum Einkauf jener Gewächse, die auf Madeira als meterhohe Bäume gedeihen und in den heimischen Breiten
üblicherweise nur Bonsai-Format erleben ...
Als Österreicher muß man natürlich auch besichtigen, wo einst die Habsburger gewesen sind und daher ging es auch gleich mit der Seilbahn von Funchal auf den Berg hinauf nach Monte.


Der Ausblick verlangte Nervenstärke, denn der dortige Straßenbau hat wenig Ähnlichkeit mit dem uns vertrauten.
In den österr. Alpen gibt es sicher nicht diese Steigungen und die unerndlich langen Tunnels durch die Felsen.

Oben angekommen besichtigten wir die Kirche Nossa Senhora do Monte in Monte, wo der Sarkophag mit den sterblichen Überresten des letzten Habsburger Kaisers steht.
Kaiser Karl I., ein Großneffe Kaiser Franz Josephs 1., bestieg nach dem Tode seines Onkels, des eigentlichen Thronfolgers Franz Ferdinand, der am 28. Juni 1914 in Sarajewo einem Attentat zum Opfer fiel, am 21. Dezember 1916 als Kaiser von Österreich und König von Ungarn den Thron. In seine nur zweijährige, glücklose Regierungszeit, mit der die Ära der habsburgischen Regenten endete, fiel das Ende des Ersten Weltkriegs; in der österreichischen Innenpolitik gelang es ihm nicht, entscheidende Reformen in Angriff zu nehmen. Nachdem er zwei Versuche unternommen hatte, die Monarchie in Ungarn wieder herzustellen, wurde er nach Madeira verbannt. Hier starb der letzte Habsburger auf dem Kaiserthron am 1. April 1922 an einer Lungenkrankheit. 2004 wurde der Ex-Monarch selig gesprochen.

Ein etwas anderes Verkehrsmittes sind die Korbschlitten, mit denen man von Monte hinunter nach Funchal fahren kann. 2 nebenher laufende Schlittenfahrer steuern und bremsen mit Seilen dieses einzigartige Transportmittel.

Eine weitere österreichische Regentin war einmal in Madeira zu Besuch - Elisabeth I. - verheiratet mit dem österreichischen Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. Rastloses Umherreisen kennzeichnete ihr Leben. Eine dieser Reisen führte sie 1860 auch nach Madeira, wo sie kränkelnd ankam. Sie bewohnte ein halbes Jahr lang die Quinta das Angustias, die auf dem Gelände der heutigen Quinta Vigia, nunmehr Amtssitz des Präsidenten der Regionalregierung, stand. Das milde Klima der Atlantikinsel sorgte für eine Besserung ihrer Beschwerden.